Michael Endlicher

Michael Endlicher, geboren 1960, lebt und arbeitet als bildender Künstler in Wien.
Nach dem Studium der Betriebswirtschaft arbeitet er als Texter und Projektleiter in der Kommunikations-branche. Mitte der 90er Jahre beginnt seine künstlerische Laufbahn mit einer Hommage an das verlorene Bernsteinzimmer, einer Rauminstallation aus Karton und Lack. Es folgen zahlreiche öffentliche Aktionen und Ausstellungen (Museum in Progress 2005, Galerie Lukas Feichtner 2006, Technisches Museum Wien 2007), sowie internationale Messeauftritte (Scope Miami 2008, Scope Basel 2009) mit der Galerie Peithner-Lichtenfels, seiner Stammgalerie.
Endlicher untersucht die Bedingungen sprachlicher und bildlicher Sinnproduktion. Ausgehend vom Konzept des “linguistic turn”, das Wirklichkeit nicht mehr als unverrückbare Voraussetzung, sondern als durch Sprache konstruiert betrachtet, wird Schrift zentrales bildnerisches Ausgangsmaterial, Sprache konzeptuelle Konstante.
Sprachkritische Tafelbilder (Kritikbilder), zeitgenössische Andachtsbilder (Votivbilder), kabbalistische Nummerntafeln (Dramenbleche), bekennende Spiegelobjekte (Moralspiegel), antiautoritäre Emailschilder (inverted icons): Text tritt als Zitat aus Kunstkritiken, als antithetische „4-letter-words“, in Beziehung zu numerischen Buchstabenwerten, als Gelöbnisformel oder als Bild-Setzkasten auf; er wird gemalt, ausgeschnitten, geprägt, sandgestrahlt oder digital entwickelt. Diese Arbeitsprozesse verleihen jedem Wort, jedem Buchstaben widerspenstige Persönlichkeit.

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