XVII. eopictureNight10+5
Do. 24. Juni 2021

24.06.2021, 18:30 Uhr

Der ursprünglich für April angesetzte und Lockdown-bedingt vertagte Termin findet nun als Hybridveranstaltung statt.

Die analoge Teilnahme im Depot (Breite Gasse 3, 1070 Wien) ist bereits AUSGEBUCHT.

Hier gibt es den LINK zum 1. Teil der eopictureNight10+5:


1 – Minna Antova, Bildende Künstlerin, Denkerin, Kuratorin
www.minnaantova.com

„SKIN/Touching_HAUT/Berührungen“
Ex-peau-sition: Fragmentierte Grenzen und Wege zwischen und von Innen Außen/privat/ oikos_ öffentlich/ polis_logos_mythos
– die Grenzen und Wege zwischen und von Innen – außen / privat (oikos) – öffentlich (polis) – logos – mythos. Im Mittelpunkt steht die Haut, die den Körper umhüllt und den Organismus vor Krankheits-erregern schützt. Sie ist ein Organ sinnlicher Wahrnehmung und erfüllt auch kommunikative Funktionen, über Hautkontakt entstehen soziale Bindungen. Haut ist auch Grenze von Innen zu Außen. Es gibt aber keine Grenze, bis zu der ich mich ausbreite. Immer verwebe ich mich mit jemand anderem. Unter den heutigen Lebensbedingungen, insbesondere mit den Social Media, wird der Körper immer virtueller. Wir sind also aufgerufen uns ins Private, zurückzuziehen: Paradoxon der „kollektiven Vereinzelung“.

3 Fragen zu „SKIN/Touching_HAUT/Berührungen“:
1.) Kann die Intimität der Berührung durch mathematische Modelle ersetzt werden?

2.) Im Kontext eines globalen Umdenkens der Natur als untrennbar von technologischen, wirtschaftlichen, politischen und sozialen Phänomenen verbunden – welche Phantasien der konkreten, fragmentierten und der politisierten Haut bilden wir?

3.) Welche Mythen einer “neuen Haut” entstehen aktuell?

2 – Ino Keber, Kunst affiner Schüler
ino.keber@gmx.at

„eop youth“:

Bei der eop youth (Jugendgruppe) soll es vor allem um die Bearbeitung, Formulierung und Visualisierung der Anliegen und Thematiken unserer Generation gehen. Ich (Ino Keber) möchte mit anderen Kindern und Jugendlichen eine Gruppe gründen, die sich, wenn möglich, von verschiedenen Seiten diesen Themen annähert.

Im Rahmen regelmäßiger Gruppentreffen, soll es um Ideenfindung, Symbiosen durch Austausch, Information, Kommunikation und Wissenserwerb gehen. Der Fokus auf die Bereiche Kunst, Umwelt, Philosophie, Politik und Soziales sowie Entwicklungen im Besonderen sollte dabei eine Basis für die Umsetzung von Projekten bieten. Diese kann aktionistisch, filmisch, drucktechnisch – je nach Möglichkeit und auch durch Profis unterstützt – erfolgen.

3 Fragen zu „eop-youth”:
1.) Wie kann man mit Hilfe des eop Netzwerks Themen unserer Generation herausarbeiten und zur Sprache bringen?
2.) Wie ist es möglich, viele verschieden denkende Jugendliche in eine Gruppe zu bekommen, um ein breites Spektrum zu diskutieren?
3.) Wie organisiert man so eine Gruppe am besten?

3 – Agnes Peschta, Kulturarbeiterin, Vorstandsmitglied des Kunst- und Kulturvereins Lames in St. Pölten

“Wir stecken mitten drinnen.” 


Zwei Vereine fusionieren und starten eine Baustelle.

Den Kunst- und Kulturverein Lames gibt es seit 1999 in St Pölten. Ursprünglich begonnen als Proberaumprojekt und Netzwerk für die St. Pöltner Subkulturszene wurde der neu gegründete Verein auf einem fünf Hektar großen Grundstück mit zwei Gebäuden untergebracht, das in Besitz der Stadt St Pölten ist. 2011 wurde ein zweiter Verein gegründet, der Verein “Sonnenpark- Park der Vielfalt”, der sich den Themen Grünraum und Ökologie widmet. Unter der Kampagne “Save the place” wurde über viele Jahre von beiden Vereinen gegen eine Bebauung des Geländes gearbeitet, mit Erfolg, 2018 bekamen wir Pachtverträge für 10 Jahre. Durch den Bewerbungsprozess für die europäische Kulturhauptstadt 2024 gewann der Standort an verstärktem Interesse als kultureller Spielort. Das führte dazu, dass auch unabhängig von der europäischen Kulturhauptstadt der Sonnenpark (und die, dort angesiedelten Vereine,) als Investitionsobjekt im St. Pöltner Kulturentwicklungsplan integriert ist und gefördert wird. Den neuen Anforderungen entsprechend wurde ein erweitertes Nutzungskonzept mit einem zweckmäßigen Renovierungsplan der Vereinshäuser erarbeitet.

Dieses Renovierungsvorhaben ist ein Projekt das wir in dieser Dimension noch nie auf uns genommen haben, zeitgleich fusionieren die zwei Vereine. Das alles wirft viele Fragen und Herausforderungen auf. Die neuen Entwicklungen sind bedeutsame Schritte in eine dynamische Vereinszukunft und wir stecken schon mitten drinnen.

3 Fragen zu “Wir stecken mitten drinnen.”:
1.) Wie können derart große Projekte, mit hoher finanzieller Verantwortung, möglichst partizipativ und transparent gestaltet werden und dabei eine Grundmotivation bei vielen Vereinsmitgliedern über Jahre aufrechterhalten werden?
2.) Wo sind die Grenzen dabei und wie kommuniziert man diese? (Abgesehen von Haftungsfragen, wo ist die Grenze der Bringschuld der Vorstände?)
3.) Wie kann man mit Personen umgehen, die sich den gemeinsamen Prozessen entziehen, aber Einfluss auf die Entscheidungen nehmen möchten, ausgehend von alteingesessenen Rechten. Wie kann man Angst vor Veränderung begegnen und Mut und Freude auf Neues initiieren?

4 – Stella Bach, Bildende Künstlerin
www.stellabach.at

„#EUTOPIA“:

Das Projekt EUTOPIA ist eine künstlerische Installation, die mit kurzen Text – Mantras arbeitet.

Die ethymologische  Herkunft des Wortes EUTOPIE leitet sich aus dem Altgriechischen von  eu – gut und topos – der Ort, die Lage ab. Es bedeutet also die gute, normale Lage der Dinge.

Während die Utopie eine positive zukünftige ideale Lebensform beschreibt, steht die Dystopie für Endzeitstimmung und Katastrophe. Eutopie repräsentiert also einen Mittelweg zwischen beiden Extremen.

Es beschreibt den Zustand von Vertrauen und Zuversicht in eine Zukunft, in der Gesundheit, Gelassenheit  und Normalität als wesentliche Voraussetzungen für eine demokratische Gesellschaftsform Würdigung und Anerkennung finden.

3 Fragen zu “#EUTOPIA“:

1.) Hat das Projekt Aktualität?
2.) Überzeugt das Projekt EUTOPIA in seiner formalen, künstlerischen Umsetzung?
3.) Wo könnte das Raumprojekt installiert werden, um eine möglichst breite und optimale Wirkung zu erzielen?

5 – Michael Endlicher,  Bildender Künstler
www.endlicher.at
michael@endlicher.at


Quo vadis, CEMS?“:
Die Wege des transkontinentalen KunstTheorieDuos sind unergründlich.

Als CEMS arbeiten die Kunstschaffenden Michael Endlicher (Wien) und Cynthia Schwertsik (Adelaide) an einer alternativen Kunsttheorie. Im Zentrum steht das von ihnen erfundene Glossar „Von Arcadientia bis Zöllitrophismus“. Bis zum Jahr 2019 ist es auf 21 Einträge angewachsen, seit damals sind keine neuen mehr aufgenommen worden. Stattdessen sollen nun die Einträge in kurze Videoclips mit dem Duo in tragender Rolle übersetzt werden. Bisher sind 3 Videos zu 6 Einträgen entstanden.
Vor und mit Publikum übersetzen die beiden die Kunstbegriffe – Lavouriplenkunst, Hollibusta Art, Sisolwenztheorien etc – in performative Aktionen und bildnerische Artefakte.

CEMS präsentieren Definitionsprozesse in der bildenden Kunst als radikal subjektives Zuschreibungsverfahren, in dem die Bewertungen jeweils nach Kommen und Gehen der theoretischen Standpunkte und künstlerischen Verfahren fließend durchmischt werden.
Ergebnis: Eine Verortung des Kunstbegriffs in der Zeit (der Aktion).

3 Fragen zu „Quo vadis, CEMS?“:
1.) Wie soll es mit CEMS weitergehen?
2.) Einfach eigenbrötlerisch weitermachen?
3.) Oder auf zu neuer Professionalisierung?

6 – Claudia Maria Luenig, Bildende Künstlerin, Kuratorin
www.claudiamarialuenig.com
claudia-maria.luenig@chello.at

Wo bin ich, wenn ich nicht da bin.“:

Der Titel der Präsentation beschreibt einen körperlichen Zustand als auch eine Erforschung des abwesenden Körpers in den nachfolgenden Bildmotiven.

Claudia-Maria Luenig´s künstlerische Arbeiten beschäftigen sich mit Körperhüllen, der zweiten Haut und “dem anderen Körper”. Die Hülle steht als Referenz für die Existenz zweier unterschiedlicher Zustände: der persönliche Raum und der psychologische Raum – der abwesende Körper.

Die gezeigten Bildmotive stellen etwas Abwesendes und Anwesendes zugleich dar, der abwesende Körper übernimmt eine eigenständige Konfiguration.  Die Line (Faden) flicht sich um den körpereigenen Raum, was sehen wir und wie formt es sich?

Die Zeichnung fungiert als Blueprint, als Vorlage zur körpereigenen Erfahrung. Die Künstlerin zeichnet Linien, gerade, oder nicht, endlos, einfassend, umfassend, integriert, verfremdet, unterbrochen, ununterbrochen, gestickt, gerissen, gestrickt, kreisend, nicht endende Felder von Linien. Was bliebe wenn sie nicht mehr sind?

3 Fragen zu „Wo bin ich, wenn ich nicht da bin.“:
1.) Gibt es einen Zwischenzustand für den abwesenden Köper, lässt sich dieser nur mehr als 3D Zustand erfassen?
2.) Gibt es einen Unterschied zwischen Blueprint und „fertiger“ Arbeit?
3.) Ist der Begriff des abwesenden Körpers in den Motiven nachvollziehbar, hat der Betrachter Zugang über die Zeichnungen zur skulpturellen Interpretation des abwesenden Körpers?

7 – Ilse Chlan, Bildende Künstlerin, Literaturwissenschaflterin und Philosophin
www.ilsechlan.at

Versuch über die Bilder, die nie gezeigt werden.“:

Den Bildern Raum geben
Meine künstlerische Arbeit geht immer von der Malerei aus. Trotzdem habe ich in den letzten Jahren hauptsächlich Fotografie und Video-Arbeiten ausgestellt. Deshalb möchte ich hier Malerei vorführen, über den Arbeitsprozess sprechen und dabei den Bildern Raum geben: Ich stelle die Bilder in monumental konstruierte Durchgangsräume.  Das ist auch ein Gedankenexperiment und ein Gegenentwurf zum White Cube. Der Ausstellungsraum ist in diesem Fall ein zeitgenössisches Bauwerk, das Verkehrsströme verbindet und durch das sich täglich tausende Menschen bewegen. Hat die Malerei, hat die Poesie einen Platz in dieser Welt heute? Der kippende Um-Raum veranschaulicht die Verunsicherung des Bodens, auf dem wir stehen. Den Bildern Raum geben, heißt hier, sie für einen Moment vor der Zerstörung und dem Nicht-Sein zu bewahren.

3 Fragen zu „Versuch über die Bilder, die nie gezeigt werden.“:
1.) Welchen Platz haben Malerei und Poesie in deinem Leben?
2.) Welchen Platz haben Malerei und Poesie in unserer Gesellschaft heute?
3.) Wie können wir das der Kunst immanente Veränderungspotenzial (z.B. das „Gegen-Identitäts-Konzept“) relevant für die Gesellschaft machen?

8 – Meinhart Rüdenauer, Komponist, Autor, Manager, Journalist
meinhardruedenauer@aon.at

„Wiener Ewigkeiten“:
oder Begegnungen mit Liebe

Ich plane für etwa ein, zwei Jahre als eine Art dahingleitenden Festivals eine Aufführungsserie unter dem hier erwähnten Motto. Gebeten wird auf ganz freie, sehr eigene persönliche Art mitzugestalten. Über einen breit gefächerten menschlichen Umgang mit Liebe. Zuerst geht es einmal um die Idee, eine eigenständige wie einigermaßen kraftvolle Veranstaltungsreihe zu kreieren. Das Worte Liebe ist in den letzten Jahrzehnten nicht so leicht in den Mund zu nehmen gewesen. Nun aber, durchaus offensichtlich: Menschen sehnen sich danach, wollen zu einer inneren wie optischen Schönheit geführt werden. Kunst, Kultur soll nun wieder Kraft schenken, gezielt, mit verstärktem Blickwinkel auf Werte und nicht mit schmeichlerischen Worten auf Kommerz- oder Kulturvernetzungsware. Ich hoffe, dass es gelingen könnte, ein buntes Kaleidoskop an sehr persönlichen, vor allem aber in die Tiefe gehende Kreationen unterschiedlichster Art zu präsentieren. Divers, doch konzentriert an Schlagkraft, um starke Eindrücke zu hinterlassen.

3 Fragen zu „Wiener Ewigkeiten“:
1.) Österreich wird als Kulturland par excellence dargestellt und beworben. Aber dieses Land, welches die heimische Kultur vergangener Epochen perfekt zu verkaufen versteht, ist für aktuelle Positionen im Kulturschaffen zu einem Importland geworden. Was könnte eigene kreative Kräfte wieder zu starken und eigenständigen Aussagen mit erfreuenden Botschaften lenken?
2.) Wo finden wir die Spuren, welche zu einem explosiven Kunstspiel quer durch die Sparten führen könnten?
3.) Wo treffen wir nun nach der Krise solche Sponsoren, welche in der aktuellen Periode der Gelddruckmaschinen von diesen finanzielle Mittel abzweigen, um kreatives Schaffen zu fördern?


9 – starsky, Künstlerin
starsky.at

„die projektionsguerilla
: das normal ist irr !!“


Die Projektionsguerilla ist ein krisenfestes und Corona taugliches Format für den öffentlichen Raum, das 2018 uraufgeführt wurde und laufend weiterentwickelt wird. Fahrende Textprojektionen, die plötzlich auftauchen und wieder verschwinden. Eine mobile Einheit von Akteurinnen, Apparateurinnen und Performerinnen fährt auf Lastwagen, Bussen oder Booten durch Stadt- und Landschaft. Sie ist mit eigens dafür erfundenen Licht- und Ton-Apparaturen ausgestattet, und wird von ebenso beweglichem Publikum begleitet. Die Orte, Termine und Routen werden in partizipativen Prozessen mit Verbündeten erarbeitet.

Die fahrende Projektionsguerilla betrachtet sich selbst als die schnelle Eingreiftruppe für politische Schönheit, die immer dann in Erscheinung tritt, wenn gesellschaftliche oder politische Lage es erfordern. Flüchtige, provokante Texte aus Licht werden auf Orte der Macht und der Kapitalation projiziert. Als Akt der freien Meinungsäußerung setzen sie Zeichen der Selbstbestimmung und Selbstermächtigung. Die Texte verhandeln feministische Anliegen, Gleichberechtigung, Menschen*rechte und Selbstbestimmung und sehen sich als künstlerische wie zivilgesellschaftliche Opposition zur Regierung.

3 Fragen zu „die projektionsguerilla
: das normal ist irr !!“
:

Das Format Projektionsguerilla ist komplex, aufwendig und teuer. Wir suchen daher nach Vereinfachung und/oder Finanzierung auf mehreren Ebenen.

1.) Wer könnte technische Entwicklungen und Weiterentwicklungen fördern, finanzieren, Kooperationspartnerin sein, oder aktiv daran mitarbeiten?
2.) Wie könnte die Projektionsguerilla in Zukunft finanziert werden?
3.) Wie / wo könnten wir weitere Beteiligte, Allianzen und Verbündete finden?

eop-Team : Christiane Spatt, Michael Bliem, Helga Köcher, Alexandra Gruber, Michael Bachhofer, Katharina Reich, Harriet Keber


Foto © Julia Überreiter