Netzwerke und Netzwerkforschung

“eop hat das Glück, in Harald Katzmair einen Partner zu haben, der umfangreiches und substantielles Wissen zu sozialer Netzwerkanalyse anbietet. Die Netzwerke, der er beruflich analysiert, sind üblicherweise bereits institutionell oder ökonomisch verankert. Sie haben also einen stabilen Ressourcen- und Energiekreislauf.”

“Mich beschäftigt in meiner Arbeit an eop vor allem die Frage, wie ein solcher Kreislauf von der Basis her konstelliert werden kann. Das wäre möglich, wenn jeweils Teile der Ressourcen einzelner arbeitsteilig koordiniert und gebündelt würden, um so zu mehr gesellschaftlicher Gestaltungsmacht zu kommen. Erst dadurch käme die Netzwerklogik zum Tragen.”

“Obwohl dauernd von „Vernetzung“ geredet wird, steht das Selbstverständnis der Mehrzahl der kreativen Menschen diesem Denken entgegen. Sie agieren in Ich-AG-Logik oder höchstens in Kleinstgruppen. Die Chance, sich sowohl mit einer persönlichen Identität zu positionieren, als auch als Teil eines Netzwerks, wird kaum wahrgenommen. Dadurch können wenig zielführende Strategien entwickelt werden.”

“Was wollen die Leute eigentlich?”
“Das ist eine alte Frage, die immer wieder verwischt wird, weil es Interessen gibt zu verhindern, dass sie in aller Deutlichkeit gestellt wird.”

“Ein funktionierendes Netzwerk bedeutet Macht. Der Gedanke der Ich-AGs wurde von den Mächtigen promotet, weil kleine Einheiten unbedeutend sind. “Teile und herrsche!” Wenn schöpferische Menschen dagegen in einem Gestus der Selbstermächtigung starke Netzwerke bilden, ist das für die Mächtigen bedrohlich.”

“Wie werden Netzwerke stark? Netzwerke leben vom Geben und Nehmen. Damit ich geben kann, muss ich verstehen können, was die anderen brauchen. Und ich muss klar machen, was ich brauche.”

Helga Köcher

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