raus hier

Eine Behauptung, eine Bewegung.

Katharina Heinrich, Netz blau
foto © sandra fockenberger

Vernissage:

Donnerstag, 11.Sept. 2014, 19.00 Uhr

Kunstpavillon
Alter Botanischer Garten am Stachus
Sophienstr. 7a
D-80333 München

Arbeiten von
Nadežda Čačinovič, Daniela Comani, Ramesch Daha, Angela Dorrer, Barbara B. Edlinger, Petra Egg, Emily Esampalli, Karin Frank, Katharina Heinrich, Anna Jermolaewa, Petra Maitz, Ursula Neugebauer, Pipilotti Rist, Fiona Rukschcio, Ingeborg Strobl, Anita Tarnutzer, Lea Titz, Arpine Tokmajyan, Anita Witek

Kuratierung: Barbara B. Edlinger
Realisierung:
Joachim Baur, Barbara B.Edlinger, Esther Glück

raus hier war der energische Ausruf Timm Ulrichs’ während des Aufbaus in unseren Galerieräumen, weil er sich von verfrühten Besuchern in seiner Aufbauarbeit gestört fühlte. raus hier steht in einer Reihe von Ausstellungen, basierend auf Fiona Rukschcios legendären „Behauptungen auf Papier: nonchalant, en passant und absolut“, die 2013 in der WERKSTADT GRAZ realisiert wurde, und setzt sich im Sinne des Begriffes bridging* im Kunstpavillon in München fort.”

raus hier eignet sich notwendiger Weise und aus Überzeugung Räume an, seien es Wohnräume, öffentliche Räume, gesellschaftliche Räume, oder wie hier Denkräume und Ausstellungsräume. Mit raus hier zeigen sich Kunstwerke, die gängige Normen der Macht überwinden, die frei von Vorbehalten qualitätsvoll, überzeugend und berührend im Sinne einer humanistischen Verbundenheit und empathischen Qualität verborgene Wege freilegen, uns sensibel wachsam werden lassen – Kunstwerke, die unsere eingeübten Handlungen und Überzeugungen ins Wanken bringen, uns unerwartete Perspektiven unseres Lebens eröffnen. In dieser Ausstellung gibt es keine linearen Handlungsstränge, keine Handlungsanweisungen keine einheitlichen gemeinsamen Stile, die Arbeiten bieten Einblicke in intellektuelle Erkenntniswelten, emotionale Landschaften, sind Zeugnis für Hingabe zur Kunst, mit der Hoffnung auf Erkenntnis, mit der Sehnsucht nach dem Besseren.”

raus hier impliziert eine Standortbestimmung, und bezieht sich demnach auch auf den Ort selbst (der Pavillon ist ein Bauwerk aus der Zeit des nationalsozialistischen Terrorregimes), raus hier fordert Bewegung, ist Verteidigung geistigen Territoriums, ist eine Haltung zur Kunst. Kunst, die es schafft unsere eingeübten Handlungen und Überzeugungen in Frage zu stellen, die uns berührt, so dass uns nichts anderes übrig bleibt, als uns bewegen zu müssen.” Barbara B. Edlinger

Ausstellungsdauer:
12. September – 19. Oktober 2014
Öffnungszeiten:
Di – Sa 13 – 19 Uhr, So 11 – 17 Uhr

Angela Dorrer, Handscape Michael Peterson

Während des 26. Weltkongress für Kartografie ICC 2013 in Dresden malte Angela Dorrer (D/CAN) Miniaturlandschaften in die Handflächen führender Kartografen. Es entstehen 25 Karten. In dem Projekt „Kartografen Handscapes“ (A.T.) sollen die abstrakten Hand-Landkarten abgebildet sein, zusammen mit wissenschaftlichen Beschreibungen der Topografien über die jeweils eigene Hand vom Kartografen/in selbst. In einem kontemplativen und selbstreflexiven Prozess identifiziert und benennt jede/r KartografIn die Muster und Landformationen auf der Leinwand des eigenen Körpers und kann dabei zurückgreifen auf ein lebenslanges Studium der Muster und Formen der Erdoberfläche. Das Projekt bezieht sich auf die Geschichte und die Schönheit von Karten und erzählt zugleich vom Leben des Menschen.

Michael Peterson about the Handscape painted by Angela Dorrer on his palm: This is clearly an agricultural landscape. The criss-crossing valleys in the middle are framed by hills on the side. Crops are highlighted with different shades of green and yellow. A road weaves through the lower elevations with scattered buildings. A small reservoir on the side consumes an upper valley. Forests dominate the higher elevations. The landscape is typically European. There are no straight lines here. Rather, the fields are all haphazard in shape. They follow the contours, and land boundaries that were establishedlong ago. It is a highly organized and controlled landscape that has been totally converted by humans. Even the trees in the forests have been planted. No part of the landscape remains untouched. While representing a human landscape, it is pristine in its beauty. Everything is well-kept and maintained. The fields have a manicured appearance. People have created a functional environment to their liking and the map is complicit in this endeavor. The landscape and its representation are interlinked. The map serves its purpose by showing the beauty and order of a human-created landscape.