e-may

Von der Komponistin Pia Palme und der Performerin Gina Mattiello ins Leben gerufen, um die Kräfte der Wiener Komponistinnenszene sichtbar zu machen und zu bündeln, hat sich das Festival e_may inzwischen als Treffpunkt höchst individueller Kompositions- und Improvisationsansätze zwischen traditioneller Klangerzeugung und Elektronik positioniert.

Zu e_may’12

Zu e_may’11

Zu e_may’10

Freitag, 8. März 2013, 23:03

oe 1-Sendung Zeit-Ton:
e_may – Wie wir wollen, wir Komponistinnen

Gestaltung:
Irene Suchy gemeinsam mit den e_may-Gründerinnen Pia Palme und Gina Mattiello und mit Sylvia Wendrock.

Plattform für die Komponistinnen-Szene

Es gibt sie längst, die Tradition des Komponierens von Frauen, und doch ist sie nicht Stütze, sondern muss von denen, die in ihr stehen, erkannt und gestützt werden. e_may, die 2007 gegründete Plattform zur Bündelung von Kräften der Komponistinnen-Szene, macht Komponieren von Frauen sicht- und hörbar, vergibt dotierte Kompositionsaufträge, inszeniert neueste Musik, drängt sich in die männlich be-herrschte Szene der gegenwärtigen Musiken.

Die Wiege von e_may war das Kosmos-Theater mit seiner Intendantin Barbara Klein, mittlerweile sind auch die Klangspuren Schwaz und Wien Modern Partner. e_may geht – sich abgrenzend vom Begriff des weiblichen Komponierens – konsequent den Weg des Komponierens von Frauen, macht aus den Frauenzimmern Frauenräume, aus dem Weibergewäsch Libretti, dreht den Spieß der Männerbelehrungen um. Der Intimität des Kammer-Komponierens wird die Lieblichkeit genommen, die Grausamkeit der Mädchenzimmer enthüllt, der Mantel der Verschwiegenheit gehoben, die Rituale des herr-schenden Musikbetriebs werden durch kluge Inszenierungen infrage gestellt, um nicht zu sagen, über den Haufen geworfen.

Die Reihe der großen alten Männer, goldgerahmt und voll bebartet, ist von schönen, kessen Frauen durchbrochen, die in Hingabe und Selbstbewusstsein ihr eigenes Werk geben, nicht Muse, nicht Anregerin, nicht Schülerin, nicht Lehrerin sind.

e_may verleugnet die Tradition nicht, es stellt Bezüge zu den Renaissance- bzw. Barock-Komponistinnen Francesca Caccini und Barbara Strozzi her, die Gambe aus dem Palazzo in den elektronischen Raum führend. Elektronik, sagt Pia Palme, sei eine dramaturgische Leitlinie, Improvisation eine andere, Visualisierung ebenso

Yes, they may

e_may wählt aus: Pia Palme, Wissenschaftlerin, Vermittlerin und Komponistin bekennt sich mit ihrer Ko-Intendantin Gina Mattiello dazu. e_may setzt seine Maßstäbe weder mit Geschlecht noch mit Verwertungskategorien gleich, auch die Musik der DJ und Elektronikerin electric indigo ist auf dem Programm.

Noch zur Präsentation des Frauenmusikhandbuches im Jahr 2009 war von kollektiver Selbstverteidigung der Frauen die Rede. Wo kein Kampf, da auch keine Opfer. Die Komponistinnen sind nicht länger dem Altar der Musikgeschichte ausgeliefert. Yes, they may, e-may.

“Zeit-Ton extended” am Internationalen Frauentag mit Werken der Komponistinnen Pia Palme, Elisabeth Harnik, Joanna Wozny, Rebecca Saunders, Katharina Klement, Isabel Mundry, Elisabeth Schimana, Charlotte Seither, Chaya Czernowin.

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