Emergence of Projects (eop)

Was?

eop ist ein offenes prozessuales Netzwerk, das als Brain Trust verschiedenste kreative und professionelle Kompetenzen vereint. eop wurde im Jänner 2003 von Helga Köcher gegründet und besteht seit Juni 2004 als Verein – „Emergence of Projects – Verein zur Förderung interdisziplinärer Projekte in Kunst und Wissenschaft“.


eop ist an der Schnittstelle dreier Bereiche angesiedelt:

  • künstlerisch gesehen ist eop eine soziale Skulptur,
  • wissenschaftlich gesehen ein Labor zur Untersuchung, unter welchen Bedingungen sich horizontale Strukturen bilden können
  • politisch gesehen ein emanzipativer Prozess mit der Zielsetzung, die Dynamik des Handelns wieder dorthin zu verlagern, wo das Neue entsteht, zu den kreativen Menschen selbst.

Wozu?

Ziel von eop ist es, die Bedeutung und Wirksamkeit der künstlerisch, forschend und kulturell tätigen Menschen in der Gesellschaft durch Vernetzung und erfolgreiche Kooperation zu steigern und die Realisierung interdisziplinärer, spartenübergreifender, prozessualer Projekte zu unterstützen.

Das innovative Potential soll wirksamer werden, die nachhaltige Entwicklung von Hochqualifizierten gefördert und das Verständnis zwischen Menschen aus unterschiedlichen Bereichen und Generationen gestärkt werden.

Wer?

Spezialistinnen und Spezialisten aus Bildender Kunst, Musik, Neuer Medien, Literatur, Theater, Tanz, Performance, Raumplanung, Kunstvermittlung, Design begegnen VertreterInnen wissenschaftlicher Disziplinen wie etwa Soziologie, Organisationsentwicklung, Psychologie, Philosophie, Kommunikationswissenschaft, Pädagogik, Publizistik. In diesen Zusammenkünften beschäftigen sich die TeilnehmerInnen intensiv mit Themen und Projekten, unterbreiten einander ihre Ideen und Lösungsvorschläge, holen sich Feedback, suchen Unterstützung und Kooperationen.

Die Arbeitstreffen werden von professionellen Organisationsentwicklern moderiert. Das gewährleistet die Trennung von Inhalten und Prozessentwicklung. Es wird viel mit Open Space gearbeitet.

Wie?

eop versteht sich als Work in Progress in künstlerischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Spannungsfeldern. In das Konzept ist die jahrelange Netzwerkerfahrung der Initiatorin eingeflossen. Die Arbeit folgt der Logik von Aktionsforschung im Zyklus von Analyse, Diskussion, Handlungsplanung und Durchführung von Projekten.

Es geht darum in konkreten Situationen Projekte zu realisieren. Dabei zählen nicht nur Inhalte. Genauso wichtig sind Beziehungen für das Gelingen von Projekten. Dementsprechend brauchen Projektgruppen neben der sachlichen Kompetenz ebenso Kompetenz in Führung, Strategie, Umsetzung und vor allem die Beobachtung und Begleitung des Prozesses selbst.

Die heterogene Zusammensetzung von Gruppen ist wichtig, um die Bildung von abgegrenzten Gruppenidentitäten und die Entwicklung entsprechender Feindbilder zu vermeiden. Die Synergien aus dem Schatz der unterschiedlichen Erfahrungen und vielfältigen Kontakte der einzelnen TeilnehmerInnen fördern die Umsetzung.

Wo?

eop spielt sich an realen Orten ab, bespielt sie und vernetzt sie. Es gibt regelmäßige professionell moderierte Arbeitstreffen in der Museumslounge der Sammlung Essl Klosterneuburg, im Künstlerhaus Wien, im MUSA oder auch im digitalen Szene-Treff werkzeugH.

Darüber hinaus wird die gesamte Wiener Kulturszene zunehmend zum Ort zahlloser Verabredungen und zufälliger Begegnungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Ebenso gibt es fortlaufend Netzwerk-Kommunikation im virtuellen Raum.
Eine moderierte E-Mail-Liste unterstützt den Austauschprozess. Die eop-Homepage www.eop.at ist mit ihrer integrierten Personen-Themen-Projekt-PartnerInnendatenbank ist ein effizientes Vernetzungstool geworden, ist aber auch – wie die eindrucksvollen Besucherzahlen zeigen – eine hervorragende “Bühne” für die TeilnehmerInnen und Teilnehmer. Sie können sich darauf präsentieren, die Ergebnisse von Projekten sind einsehbar, und interessierte Menschen können eop wie auch einzelne AkteurInnen des Netzwerks kontaktieren.

Der Prozess eop

eop definiert sich als kontinuierlicher Prozess, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als BeobachterInnen fungieren. In dieser Ebene zweiter Ordnung werden die Entwicklung und Strukturbildung reflektiert. Funktion und Dysfunktion von Interventionen und die Veränderungsprozesse, die dadurch in Gang gesetzt werden, werden im Team diskutiert.


Es werden Bedingungen untersucht, unter denen selbstverantwortliche horizontale Kommunikations- und Interaktionsstrukturen die tief verwurzelten Mechanismen hierarchischen Denkens und Handelns ablösen könnten, um koordiniertes arbeitsteiliges Handeln bei individueller Freiheit ermöglichen. Aus den daraus entstehenden Fragestellungen erwachsen weitere Projekte. So kommt es zu nachhaltiger Entwicklung, zu Arbeit, die von Dauer und ganzheitlich wirksam ist.

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