SCHNEEWITTCHENPSYCHOSE

REGIE: Tanja Witzmann
DRAMATURGIE: Alexander Matthias Kosnopfl
TEXT: Sophie Reyer
MUSIK: Sophie Reyer und Markus Krispel
DARSTELLERINNEN: Gina Mattiello, Heike Möller, Ruth Ranacher
KOSTÜM: Sophia Seitz-Rasmussen
WORKSHOPS: Claudia Mayer

STÜCKENTSTEHUNG:
Sophie Reyers “Schneewittchenpsychose” entstand aus einer gründlichen Recherche zum Thema Magersucht in diversen Internetforen. Zudem lagen Sophie Reyer Notizen einer, seit zehn Jahren an Magersucht leidenden Frau vor, die während Klinikaufenthalten entstanden sind. Reyer hat diese unterschiedlichen Textebenen collagiert und eigene Textpassagen hinzugefügt.

STÜCKBESCHREIBUNG:
Nana ist magersüchtig und hat sich zurückgezogen. Sich einen Ort gesucht, ihn eingerichtet, zugerichtet. Nana nimmt Welt nicht mehr auf, verschließt sich, hat ihren Lebensraum auf ein einziges Zimmer reduziert: dennoch ist Nana nicht allein. Ihr Handeln wird bestimmt durch Ana, die angebetete Göttin der Anorexie. In einer von Lifestyle dominierten Welt wird auch Nana mit Bildern aus Fernsehkanälen gefüttert. Eine Moderatorin konfrontiert Nana unablässig mit Fakten der globalen Wohlstandsverteilung. Ohnmacht angesichts der Zustände dieser Weltwahrheit macht sich breit. In der paradoxen Vereinigung von Mangel und Übersättigung gräbt sich Ana immer tiefer in Nanas Persönlichkeit. Wohin, wozu wird fraglich, die Geschichte von Nana geht weiter, wie auch Ana. Und da erhebt auch noch die Moderatorin ihre Stimme: Stopp. Libelle. Enter. Amen.

Neben der Suche nach Freiheitsgestaltung ist „Schneewittchenpsychose“ ein Text über die Wahrheitsbeschwörungen „der Medien“ als Transportmittel einer möglichen Welt. Daraus ergibt sich notwendigerweise auch eine Beschreibung der Grenzen desjenigen Glücksbegriffes, der immer nur strahlt, wenn er von außen betrachtet wird.